42 Verfasser: Dirk Puhlmann für Horst Bomke Wenn ich zurückdenke an das letzte Jahr und Herrn Bomke in der Lobby sitzen sehe, huscht mir ein Schmunzeln über das Gesicht. Was war das alles für eine Tortur. Er wohnte lange zuhause und seine Tochter kümmerte sich täglich, trotz ihres eigenen Friseurladens, um ihn. Viele Gespräche habe ich mit der Tochter geführt, ihren Vater zu uns zu bringen. Es führte kein Weg zu uns, denn Herr Bomke wollte nie in ein Heim. Damit war das Thema durch. So saß Herr Bomke den ganzen Tag vor dem Fernseher zuhause und die Tochter hoffte immer, dass er dort auch dann noch saß, wenn sie zu ihm kam. Natürlich passierte, was passieren musste, es war nur noch eine Frage der Zeit. Herr Bomke wollte zuhause kein Fernsehen schauen und machte sich bei schönem Wetter auf den Weg, einfach mal im Kiez spazieren zu gehen. Diese Entscheidung änderte sein Leben und das seiner lieben Tochter. Ein Anruf aus dem Krankenhaus: Papa ist böse gestürzt. Auf Anraten vom Arzt durfte er nicht wieder in seine Häuslichkeit zurück, denn seine Demenz war schon sehr fortgeschritten. Die Tochter war am Boden zerstört. Sie wusste, der Papa will nicht ins Heim! Um Gottes Willen, was mache ich jetzt bloß. Herr Bomke bekam im Club Treptow schnell ein Zimmer, mit Terrasse im Erdgeschoss. Doch die Tochter hatte große Angst, ihn hierher zu bringen. Man hätte alles mit ihm machen können, nur nicht ins Heim! domino-coach: Bettina Kassube domino-world™ Club Treptow
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